Aktuelles

Rede des Ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde: Rolf Schmidt-Markoski (CDU)

Lieber Josef, liebe Marianne, sehr geehrte Eheleute Fuchs, sehr geehrter Herr Minister, sehr geehrte Festgäste,

gerne komme ich der mir von allen Fraktionen des Verbandsgemeinderates und allen 26 Ortsgemeinden anvertrauten Aufgabe nach, Dir lieber Josef zum Ende Deiner Amtszeit zu danken und Ihnen, sehr geehrter Herr Fuchs, zur Amtsübernahme zu gratulieren!

Meine Damen und Herren, in der Demokratie werden Macht und Mandat nur auf Zeit verliehen. Insoweit ist ein Bür­germeisterwechsel ein normaler Vorgang in der Geschichte einer Kom­mune. Dennoch stellt er eine Zäsur dar, denn jeder Bürgermeister prägt auf eigene Weise "seine" Verbandsgemeinde. Josef Zolk hat in seiner fast 16jährigen Amtszeit in vielfältiger Weise als "Macher" die Verbandsgemeinde aktiv entwickelt und sich für die Verbesserung der Infrastruktur eingesetzt. Er hat Gewerbegebiete und damit Arbeitsplätze in den Ortsgemeinden entwickelt und so die Region zukunftssicher gestaltet. Aber auch unsere Schulen, Kindertagesstätten, Sportanlagen, Feuerwehren und Aktivitäten im Bereich der Jugendarbeit, Heimat- und Kulturpflege (Beispiel Bergbautradition oder "Raiffeisen") können sich mehr als sehen lassen.

Er hat es bestens verstanden, in gesellschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Bereichen Netzwerke zu knüpfen und diese zum Vorteil für unsere Verbandsgemeinde und damit für unsere Bürgerinnen und Bürger zu nutzen. Josef Zolk hatte aber auch ein Ohr für die Bürgerinnen und Bürger - sei es im sozialen oder wirtschaftlichen Bereich.

Josef Zolk, ein Mann mit vielen kreativen Ideen, hat auch gemeinsam mit unseren Ortsbürgermeisterinnen und Ortsbürgermeistern sowie den Räten unsere Dörfer als attraktiven Lebensmittelpunkt für junge und alte Menschen ausgebaut. Dies hat er mit seiner verlässlichen, verbindlichen, aber auch beharrlichen Art getan, was ihn immer als Partner, mit dem Ziele erreicht werden können, ausgezeichnet hat.  

Josef Zolk hat es aber auch hervorragend verstanden, die Menschen (und auch die Parteien) bei seinen Vorhaben "mitzunehmen". So wurden zum Beispiel die meisten Beschlüsse im Verbandsgemeinderat einstimmig gefasst. Sicherlich war die Schließung des Freibades in Oberlahr eine seiner schwersten Entscheidungen, die allerdings ebenfalls von einer breiten Mehrheit des Verbandsgemeinderates getragen wurde.

Meine Damen und Herren, einen Acht-Stunden-Arbeitstag hat Josef Zolk nicht gekannt. Er war weit über das normale Maß hinaus (man kann fast sagen "rund um die Uhr") und auch am Wochenende für seine Verbandsgemeinde und die 26 Ortsgemeinden im Einsatz!

Lieber Josef, auch im Namen der gesamten Bevölkerung darf ich Dir besonderen Dank und Anerkennung für Deine Leistungen aussprechen. Du hast Dich um die Belange unserer schönen Verbandsgemeinde besonders verdient gemacht. Du hast Spuren hinterlassen und Maßstäbe gesetzt.

Gerne schließe ich aber auch in den Dank Deine Ehefrau Marianne ein, die immer still und bescheiden als "starke Frau" Dir zur Seite stand!

Bevor ich als Beigeordneter gleich dem scheidenden Bürgermeister die Urkunde über die Versetzung in den Ruhestand überreiche, gestatten Sie mir noch einige Worte an unseren neuen Bürgermeister Ottmar Fuchs, den ich hiermit mit dem alten Bergmannsgruß "Glück auf" herzlich willkommen heiße. Alle Fraktionen und alle Ortsgemeinden gratulieren Ihnen zu ihrem neuen Amt und freuen sich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen.

Wir sind heute zu Gast in der "Raiffeisenhalle" in Güllesheim und bei einem Bürgermeisterwechsel in der VG Flammersfeld kann nicht unerwähnt bleiben, dass einer der Vorgänger Friedrich-Wilhelm Raiffeisen war, ei­ner der größten Söhne unserer Heimat. Ottmar Fuchs ist der 11. Bürgermeister nach Friedrich-Wilhelm Raiffeisen und der Leitspruch Raiffeisens: ,,Einer für alle, alle für einen" kann auch heute noch als modernes Leitbild für dieses Bürgermeisteramt verstan­den werden.

Der Bürgermeister einer Verbandsgemeinde hat zwar nach der Gemeindeordnung keine herausge­hobene Stellung, den­noch steht er in einem engen Beziehungsgeflecht zwischen Bürgern, Rat und Verwaltung. Dabei hängt sehr viel vom Bürgermeister als dem Mittelpunkt dieses Netzwerkes ab, ob das gesamte Netzwerk funktioniert oder nicht. Der Bürgermeister ist der entscheidende Dreh- und Angelpunkt der kommunalpolitischen Arbeit in einer Verbandsgemeinde.

Diese besondere Funktion macht das Amt eines Bürgermeisters zwar schwierig aber auch zugleich reizvoll. Wie auch für Mana­gerposten gibt es kein exaktes Drehbuch für das Rollenspiel eines Bür­germeisters. Zwar prägt auch das Amt die Person. Aber viel stärker prägt die Persön­lichkeit des Bürgermeisters das Amt. Charakter und Temperament geben der Amtsführung eines jeden Bür­germeisters ihre besondere Färbung. Lieber Herr Fuchs, Raiffeisen hätte sicher gesagt, "Josef Zolk hat den Acker gut bestellt". Gemeinsam mit Ihnen, sehr geehrter Herr Fuchs, wollen die im Verbandsgemeinderat vertretenen Fraktionen sowie unsere Ortsbürgermeisterinnen und Ortsbürgermeister diesen Acker nun gut bewirtschaften, damit er weiterhin Früchte trägt. Es gibt allerdings auch noch Felder, die "bestellt" und "beackert" werden müssen.

Lieber Josef, ich darf Dir gleich nach meinem Grußwort die Urkunde über die Versetzung in den Ruhestand überreichen.

Natürlich haben Dir die Ortsbürgermeisterinnen und Ortsbürgermeister sowie die Vertreter der Fraktionen des Verbandsgemeinderates ein kleines Abschiedsgeschenk mitgebracht, welches Du ebenfalls gleich erhalten wirst.

Liebe Marianne, sehr geehrte Frau Fuchs,

für unsere Bürgermeister-Frauen haben Fraktionen und Ortsgemeinden einen Blumengruß als Dankeschön mitgebracht, für Dich liebe Marianne, weil Du auf Deinen Josef oft verzichten musstest

und für Sie sehr geehrte Frau Fuchs, weil wir davon ausgehen, dass Sie ihren Ehemann künftig weniger sehen werden, wie bisher aber auch verbunden mit dem Wunsch; dass Sie ihrem Mann für Seine Bürgermeistertätigkeit möglichst "den Rücken frei zu halten!"

Rolf Schmidt-Markoski, Erster Beigeordnete der Verbandsgemeinde Flammersfeld

Zur Verabschiedung von Bürgermeister Josef Zolk (links) war auch Innenminister Roger Lewentz in die Raiffeisenhalle nach Güllesheim gekommen.